Natürliche Medizin aus der Kräutergarten-Apotheke


Autor:
Dieter Schittenhelm







Medizin im Grünen

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - EisenkrautSelbst eine populär geschriebene Publikation über Medizin aus der Natur kommt ohne Fachwörter nicht aus - schon weil man auf den Gebieten von Chemie und Pharmazie oft keine deutschen oder leicht ins Deutsche übertragbaren Begriffe kennt. Um Ihnen das Nachschlagen im Konversationslexikon zu sparen (oder den Ärger darüber, daß dieses auch nichts weiß), geben wir Ihnen hier einige Erklärungen mit auf den Weg durch die folgenden Seiten.

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - WiesenknopfBeginnen wir mit den Mineralstoffen, weil das Wort noch ganz verständlich klingt; das sind anorganische Bestandteile (im Gegensatz zu den organischen), die bei Lebewesen häufig eine Rolle spielen. Pflanzen nehmen sie aus dem Boden auf. Ätherische Öle sind in fast jeder Pflanze enthalten, doch Heilpflanzen müssen mindestens 0,1 Prozent davon besitzen - sonst gelten sie nichts. Diese Öle riechen stark und setzen sich oft aus mehr als 50 verschiedenen Substanzen zusammen.

Unter Alkaloiden versteht man Basen - das sind keine weiblichen Vettern, sondern das exakte Gegenteil von Säuren. Sie entstehen in vielen Pflanzen (meist als Abfall beim Eiweiß-Stoffwechsel) und sind medizinisch sehr wirksam. Zur Tee-Therapie eignen sich Pflanzen mit viel Alkaloiden allerdings nicht.

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - BibernelleAls Flavone bezeichnet man gelbe Pflanzenfarbstoffe ("gelb" heißt auf lateinisch "flavus"). Von ihnen leiten sich Flavonoide ab, die unter anderem für die Dichtigkeit der Blutgefäße wichtig sind. Sie bewirken aber auch, daß Vitamin C, das aus Früchten stammt (und dem sie von Natur aus beigemischt sind) von Menschen besser genutzt wird als Vitamin C, das künstlich hergestellt wurde.

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - AttichDie Glykoside bilden eine große Gruppe pflanzlicher Stoffe, die hochempfindliche Substanzen stabilisieren und schädliche Stoffwechselprodukte in der Pflanze entgiften können. Auch die Saponine gehören zu den Glykosiden. Sie (ihr Name kommt vom lateinischen "Sapo", das Seife bedeutet) ergeben, in Wasser gebracht, eine seifenähnliche, schäumende Lösung. Sie können lästigen Schleim verflüssigen. Außerdem aber, und darin liegt ihre größte Bedeutung, steigern sie (beispielsweise in einem Tee) die menschliche Aufnahmefähigkeit für andere pflanzliche Wirkstoffe, so daß von diesen oft eine winzige Menge genügt, um heilend zu wirken.

Wenn in dieser Publikation über Naturmedizin von Schleimstoffen die Rede ist, klingt das etwas unappetitlich - aber Pflanzenschleime gehören zu den wichtigsten Heilmitteln. Sie wirken reizmildernd, indem sie menschliche Schleimhäute mit einer Schutzschicht überziehen, unter der Entzündungen aus heilen können; sie dämpfen katarrhische Reizzustände in den Luftwegen, schützen die Magenwand und tun überhaupt viel Gutes, wo man sie auch hinbringt.

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - AnisGerbstoffe wirken auf andere Art: Sie schützen Schleimhäute vor Reizung, indem sie Eiweißstoffe binden und in widerstandsfähige Substanzen verwandeln, wodurch Bakterien der Nährboden entzogen wird. Das ist kaum anders als beim Gerben, mit dem man Leder auf Jahrzehnte haltbar macht (allerdings mit Gerbstoffen, die für unsere Haut kein Labsal mehr wären).

Um sich Heilpflanzen medizinisch dienstbar zu machen, gibt es eine Reihe von Methoden.

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - AndornDie Üblichste ist, sich (aus frischen oder getrockneten Pflanzenteilen, aus Blättern oder Blüten) Tee zu bereiten. Den kann man natürlich trinken; oft aber ist es auch nützlich, seinen Dampf zu inhalieren oder Kompressen damit zu befeuchten.

Manche Heilstoffe wirken gut in Tinkturen, die man längere Zeit aufbewahren kann. In hochprozentigem Alkohol, den man in der Apotheke kauft, lassen Sie Pflanzenteile (die im allgemeinen getrocknet und dann pulverisiert wurden) einige Tage ziehen. Zuweilen gibt man auch frisch gepreßten Pflanzensaft in den Alkohol. Diese Tinkturen - gut gefiltert - sind konzentrierte Kräuterauszüge. Man nimmt sie tropfenweise und behält sie möglichst lange im Mund, weil dort die Schleimhäute viele Wirkstoffe am besten aufnehmen.

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - HirtentäschelEine andere Möglichkeit, vor allem für Kinder: Sie bereiten Heilsirup. Dazu werden die Kräuter 24 Stunden in einem Viertelliter Wasser eingeweicht, dann ausgepreßt und mit einem Pfund braunem Naturzucker vermischt, den man vorher durch Erhitzen flüssig werden läßt. Diesen Sirup können Sie löffelweise nehmen. Oder in Kräutertee geben. Und er hält sich wochenlang.

 

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